SUP Lexikon

Die Auswahl an Stand up Paddle Boards auf dem markt wird immer größer. Immer mehr Hersteller produzieren eigene SUP-Boards und selbst Discounter haben regelmäßig Angebote während der Sommer-Saison. Doch was bedeuten all diese Fachbegriffe in den Beschreibungen? Was sind wirkliche Qualitäts-Merkmale und was sollte ich lieber nicht kaufen? Auf dieser Seite versuchen wir dir Antworten zu geben.

Lexikon Übersicht

Fusion Technologie

Fusion Technologie wird oft auch Prelaminated oder Laminiert genannt. Bei Boards die nach der Fusion Technologie produziert werden sind die meist 2 Lagen (Layer) unter Hitze verschweißt statt konventionell verklebt. Dies bedeutet beim Aufbau wird der Drop-Stich Kern mit der äußeren PVC Schicht verschweißt. Im Vergleich zum Konventionellen Kleben hat dies folgende Vorteile:

  • Bis zu 20% weniger Gewicht
  • Bessere Steifigkeit
  • Längere Haltbarkeit
  • Umweltfreundlicher da auf eine Klebeeben verzichtet wird.
  • Weniger “Klebfehler” da rein Maschinell

Single Layer vs. Double Layer

Beim Single Lager Board ist die Außenhülle direkt der Dropstich-Kern. Mit dem 2ten Layer der das Board zum Double Layer Board macht wird eine weitere PVC Schicht auf den Dropstich Kern laminiert oder geklebt. Die Superior Edition von JP-Australia setzt auf ein kaum bekanntes Dripple Layer System das eine weitere Polyesterschicht beinhaltet.
Vorteile von (laminierten) Double Layer Boards zu Single Layer Boards:

  • Bessere Steifigkeit
  • Längere Haltbarkeit
  • Robuster
  •  Höherer Druck möglich

Allround SUP Board

Allrounder sind Stand up Paddel Boards die besonders Kippstabil und gut lenkbar sind. Die Bauform ist breit gehalten und zu den Enden hin Abrundungen. Dadurch entsteht ein hohes Volumen das wiederum für hohe Kippstabilität sorgt.  Oft haben diese Boards eine Breite im Bereich von 81 – 87cm (32″-34″) und sind nicht länger wie 335cm (11’0″). Ideal für chillen am Baggersee und die ersten Schritte ohne zu oft ins Wasser zu fallen. Kompromisse muss man hier an der Fahreffizienz machen. 

Touring SUP Board

Tourer sind Stand up Paddle Boards die besonders für längere und/oder sportlichere Fahrten auf dem Fluss oder auf dem See geeignet sind. Touring Sup’s haben eine deutlich bessere Gleitfähigkeit wie ein Allrounder Board. Die Bauform ist Breit in der Mitte und enger werdend nach Außen mit einer sanften Spitze zur Nose und oft einem abrupten Ende an der Tail. Tourer Boards sind weniger kippstabil wie Allround Boards, bieten dafür aber meist Platz für Gepäck und machen längere Fahrten möglich. Die Lenkung ist deutlich anstrengender beim Tourer Board wohin gegen der Gerade-Aus-Lauf deutlich besser ist. Oft sind Tourer Stand up Paddel Boards maximal 81cm (32″) Breit und bis zu 381cm (12’6″) lang.

Race SUP Board

Ein Racing SUP ist ein Profi-Sportgerät das zu Wettkämpfen oder sehr sportlichem Fahren genutzt wird. Die Racing Boards haben die besten Gleiteigenschaften und sind entsprechend am schnellsten. Um dies zu erreichen sind diese Schmall und Spitz aufgebaut wodurch die kippstabilität stark eingeschränkt wird. Meistens sind diese als Hardboard aufgebaut da diese durch individuellere Shapes und mögliche Kanten effizienter sind. Mit einer Länge von meistens 427cm (14″) sollte man sich vor dem Kauf Gedanken über Lager und Transportmöglichkeiten machen. Im Hobby-Bereich sind diese Boards selten zu sehen. In der Karlsruher Region habe ich noch keine gesehen. 

Rail

Als Rail wird das seitliche Ende eines Stand up Paddle Boards genannt. Bei Hardboards haben diese oft einen “Railssaver” um diese vor der Reibung der Paddel zu schützen. Bei Aufblasbaren iSUP’s sind diese in der Regel mit 1nem zusätzlichen PVC Band geschützt das bereits integriert ist. Oft werden so genannte Stringer angebracht um die Steifigkeit des Boards zu erhöhen.

Tail

Tail ist das hintere Ende des Boards.

Shape

Als Shape wird oft die Form bzw der Schnitt des Boards bezeichnet. Dies spielt vorallem bei Hardboards eine große Rolle. Bei aufblasbaren Boards sind die Physikalischen Möglichkeiten dabei deutlich geringer.

D-Ring

D-Ringe sind Befestigungsösen die am SUP meistens verklebt sind. Daran kann die Leash, ein Kajak Sitz oder anderes Zubehör befestigt werden.

Volumen

Das Volumen eines SUP-Boards bezeichnet den Inhalt des Boards in Litern. Durch hohes Volumen steigt die Tragfähigkeit des Stand up Boards wodurch diese meist kippstabiler werden. Generell gilt ein SUP sollte mind. das doppelte Volumen deines Körbergewichts haben. 

Finne

Die Finne wird am hinteren Ende an der unteren Seite eines SUP Boards montiert. Ohne eine Finne wäre es fast unmöglich geradeaus zu fahren. Allgemein gilt desto kleiner und weiter vorne die Finne umso Drehfreudiger wird das Board. Desto Dünner desto schneller wird das Board. 
Über 80% der SUP Boards nutzen US-Box Finnen. 

Leash

Die Leash stellt eine Feste Verbindung zwischen Stand up Paddel Board und Fahrer her. Die Leash wird am Heck des Boards befestigt. Am Fahrer kann diese am Knöchel oder an der Hüfte befestigt werden. Besonders bei Fließgewässer und auf dem Meer ist eine Leash unbedingt notwendig um beim Sturz das SUP nicht zu verlieren. 

Stance

Als Stance bezeichnet man die Standposition auf dem SUP Board. Man unterscheidet zwischen dem Parallel Stance bei dem beide Füße Parallell an der Mitte des SUP Boards stehen und dem Surf Stance bei dem man seitlich auf dem SUP steht. Beim normalen Paddeln wird in der Regel der Parallel Stance genutzt. Verlassen wird dieser bei Manövern wie z.b. dem Stepbackturn

EVA Pad / Standfläche

Die Standfläche des SUP Boards ist außer bei Yoga Boards knapp ab der Mitte bis fast zum hinteren Ende des Boards. Um die Füße zu verwöhnen ist diese mit einem EVA Pad ausgestattet das schön weich und auch bei Nässe rutschfest ist. 

Nose

Als Nose wird die vordere Ende des SUP Boards bezeichnet.

iSUP vs Composite

Aufblasbare SUP Boards gegen Harte SUP Boards. 
Das Hardboard oft Composite genannt ist das Ur-SUP da das SUP Board vom Surfboard stammt. Jedoch hat man bei einem SUP Board im Verhältnis zu einem Surfboard eine deutlich größere Länge und mehr Volumen wodurch die Boards sehr groß sind. Für viele Menschen war dies ein großes Hindernis da Lagerung und Transport immer eine Herausforderung ist. Deswegen gibt es inzwischen in Deutschland deutlich mehr iSUP Boards wie Composite Boards. Ein iSUP kann zusammengerollt in jedem Auto oder sogar in Öffentlichen Verkehrmitteln genutzt werden. Es ist innerhalb weniger wie 15 Minuten aufgebaut und kann nach Nutzung einfach wieder zusammengerollt werden. In Der Effizienz und der Haltbarkeit sind die Composite Boards jedoch deutlich im Vorsprung. Während man bei aufblasbaren SUP Boards von einer Haltbarkeit von 5-10 Jahren rechnet sind es bei einem Hardboard gern auch mal 20 Jahre. Durch harte Kanten und freie Formerstellung wie z.b. Konkaven beim Hardboard ist die Effizienz deutlich besser wie bei Aufblasbaren Boards. Zusätzlich ist die Oberfläche eines Hardboards viel glätter wie bei einem iSUP was weniger Reibung im Wasser verursacht. Auch wenn ein Aufblasbares SUP sehr Steif wirkt biegt sich dieses bei jedem Paddelschlag leicht durch.
Kurz gesagt rein technisch kann kein iSUP mit einem Hardboard mithalten. 
Vorteile spielt das iSUP jedoch im Handling aus. Wer trägt gerne ein über 3m langes Board über denkompletten Strand und wer hat eine Garage oder einen passenden Schuppen zur Lagerung zur Verfügung? Ein weiterer klarer Vorteil sind die oft deutlich günstigeren Anschaffungskosten bei iSUP’s. Oft bekommt man diese Inklusive Zubehör ab 600€. Für 1000€ bekommt man schon eine sehr solide Ausstattung. Bei einem Hardboard findet sich kaum ein Board unter 1000€.

Entscheidung: Wer ausreichend finanzielle Mittel und ausreichend Platz zur Lagerung hat ist mit einem Hardboard deutlich besser bedient. Sobald man auf dem Wasser ist gibt es nurnoch Vorteile. 
Für Einsteiger die den Sport erstmal kennen lernen wollen und/oder keinen Stauraum haben ist das iSUP eine super Möglichkeit um diesen Sport trotzdem ausführen zu können. 
Am besten probiert ihr einfach mal beides aus 😉